Fragen und Antworten
Ihr habt eine Frage an Hermann Otto Solms?
Daniela und Kristina aus der Klasse 8d der Liebigschule in Gießen fragen nach:
Wann beginnt ein Arbeitstag und wann endet er ?
Während einer Sitzungswoche im Deutschen Bundestag beginnt mein Arbeitstag oft schon vor 8 Uhr. Wenn ich im Büro bin, lese ich die aktuellen Presseberichte und informiere mich über die Termine und Veranstaltungen, die an einem parlamentarischen Arbeitstag anfallen. Danach stehen zumeist Sitzungen verschiedener Ausschüsse, Arbeitskreise und Gruppen auf der Tagesordnung. Dazwischen treffe ich mich mit Interessenvertretern, Wissenschaftlern und Kollegen. Als Vizepräsident des Bundestages halte ich zudem den Vorsitz im Plenarsaal. Gerade wenn neue gesetzliche Beschlüsse gefällt werden, kann ein Arbeitstag im Deutschen Bundestag sehr lange werden.
Verbringen Sie die meiste Zeit des Tages in Ihrem Büro ?
Nein, nicht die meiste Zeit. Als Politiker ist man sehr viel unterwegs, ob in Berlin oder in Gießen. Mir ist es besonders wichtig, mit möglichst vielen Leuten im Kontakt zu sein und ihre Sichtweise zu aktuellen Themen kennenzulernen. Deshalb besuche ich viele Sitzungen und Gesprächsrunden im Bundestag aber auch einzelne Betriebe und Interessenverbände vor Ort.
Wo befindet sich Ihr Büro ?
Mein Berliner Büro befindet sich im Jakob-Kaiser-Haus, das wiederum genau gegenüber des Reichstags liegt. Von meinem Schreibtisch aus kann ich direkt auf das Ostportal des Reichstags sehen.
Wie viele Stunden beziehungsweise Tage Freizeit haben Sie in der Woche ?
Der Arbeitsalltag eines Politikers ist sehr abwechslungsreich. Deshalb ist es schwierig eine genaue Zahl, für die Summe der Arbeitsstunden und der Freizeit zu finden. Während der Sitzungswochen in Berlin ist es nicht unüblich, dass ich bis zu 13 oder 14 Stunden am Tag beschäftigt bin. Da bleibt wenig freie Zeit. Wenn ich in Gießen bin, freue ich mich dafür umso mehr, auch Zeit mit meiner Familie verbringen zu können. Außerdem treibe ich Sport (Tennis, Ski), lese gern (vor allem Biografien) und fahre Motorrad.
Seit wann machen sie Ihrem Job ?
Vizepräsident des Deutschen Bundestages bin ich seit 1998 und Abgeordneter seit 1980. Bevor ich als Abgeordneter in den Bundestag gewählt wurde, war ich Kreisvorsitzender in Gießen (1976-1989).
Alina, Sebastian aus der Klasse 8 der Liebigschule und Daniele und Kristina aus der Klasse 8d der Liebigschule Gießen fragen nach
Wollten Sie schon von klein auf Politiker werden ?
Nein, nach meiner Schulzeit habe ich zunächst meinen Wehrdienst geleistet und eine Banklehre gemacht. Danach habe ich Volkswirtschaft studiert und im Anschluss daran als selbständiger Unternehmer gearbeitet. Ich habe mich aber schon während meines Studiums sehr für Politik interessiert und angefangen, mich politisch zu engagieren. Im Jahr 1971 bin ich in die FDP eingetreten. 1980 wurde ich dann zum ersten Mal in den Bundestag gewählt. So bin ich Stück für Stück in die Rolle des Politikers hineingewachsen.
Alina, Sebastian aus der Klasse 8 der Liebigschule Gießen fragen nach:
Seit wie vielen Jahren interessieren Sie sich für die Politik? Und warum ?
Ich bin in einem weltoffenen Elternhaus aufgewachsen, in dem viel und engagiert über aktuelle Themen und natürlich auch über Politik diskutiert wurde. So wurde schon früh mein Interesse für Politik geweckt. Selbst politisch aktiv geworden bin ich vor allem deswegen, weil es mir wichtig ist, einen Beitrag zu einer freien und demokratischen Gesellschaft zu leisten.
Warum sind Sie gerade der FDP beigetreten ?
Ich habe mich für die Freien Demokraten entschieden, weil für mich liberale Werte, wie Freiheit und Verantwortung, besonders wichtig sind. Der Liberalismus strebt eine Gesellschaft an, in der nicht Gleichheit sondern Leistungsgerechtigkeit gewährleistet wird. Das heisst, wer gute Leistungen erbringt, sollte dafür auch entsprechend belohnt werden.
Was sind Ihre Ziele als Politiker ?
Für mich als liberalen Politiker ist es besonders wichtig, dass der Bürger der Souverän im Staat ist und die Freiheit des Einzelnen gewährleistet wird. Um sicherzustellen, dass diese Freiheit nicht missbraucht wird, beispielsweise durch das bloße Recht des Stärkeren, ist es wichtig, dass der Staat Regeln setzt. Als Politiker arbeite ich an diesem Prozess aktiv mit.
Bleibt Ihnen viel Zeit für sich und die Familie ?
Als Politiker ist es nicht immer leicht, neben all den Terminen und Sitzungen in Berlin viel Zeit mit der Familie zu verbringen. In den sitzungsfreien Woche bin ich aber oft in meinem Wahlkreis und versuche, dort möglichst viel mit meiner Frau und meinen Töchtern zu unternehmen. Schließlich ist meine Familie ist für mich Inspiration und Ruhepol zugleich.